Wir sind Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband.

Wir danken allen Organisationen, Vereinen und Privatpersonen für ihr Engagement, ihre Hilfe und Wertschätzung für unsere Arbeit.

Eine Liste der Unterstützer gibt es hier!

Konzept

1. Vorwort

Mit diesem Konzept möchten wir Ihnen den Woanders e.V. mit seinem Leitbild und seinen Handlungsgrundlagen vorstellen. Der Woanders e.V. wurde im Dezember 2000 aus aktiven und ehemaligen Teilnehmern und Teamern der Jugendkulturmaßnahme „Offene Zeltstadt“ in Bergheim gegründet um deren Fortführung zu sichern und das dort gewachsene Lebensgefühl ins Woanders zu tragen. Das Gemeinschaftsgefühl in der Offenen Zeltstadt zeichnet sich durch Werte aus, die viele (junge) Menschen heute in ihrem Alltag vermissen und die auf dem Zeltstadtplatz erlebt und wieder entdeckt werden. Diese Zugehörigkeit wird nicht nur emotional erfahrbar, sondern auch durch ein Ortsschild sichtbar. Verlässt man die Waldlichtung, auf der unsere Stadt aus Zelten steht, begibt man sich in das Woanders. Da wir das Zeltstadtlebensgefühl ganzjährig und nicht nur während der 2,5 Wochen Zeltstadt leben möchten und möglichst viele Menschen daran teilhaben lassen wollen, ist der Vereinsname Programm für unsere Jugend- und Kulturarbeit.

Neben jungen Menschen als Zielgruppe, sprechen wir mit unserer Kulturarbeit Menschen jeden Alters an und fördern dadurch den generationsübergreifenden Dialog und ermöglichen Kontakte zwischen Menschen aus den verschiedensten Lebensbereichen unserer Gesellschaft. Wir führen daher einen breiten Adressatenkreis zusammen, der ansonsten keine Berührungspunkte miteinander hätte. Mit unserer Arbeit wollen wir den zunehmenden Separierungen innerhalb unserer Gesellschaft entgegenwirken und ein Miteinander entstehen lassen und pflegen.

Kultur ist ein wichtiger Aspekt, wenn es um Bildung und Zugangsmöglichkeiten geht, sie weckt Kreativität, fördert die Kommunikation und bietet eine sinnvolle Freizeitmöglichkeit. Wir möchten das Kulturangebot bereichern und Menschen jeden Alters an die Kultur heranführen.

Junge Menschen sollen beteiligt werden; leider scheitert dieses Bemühen oft an Strukturen der „Erwachsenenwelt“. Jugendliches Engagement braucht Freiraum und Handlungsspielräume. Daher bieten wir Ihnen eine Plattform für ihre Fähigkeiten und ermöglichen die Realisation Ihrer (Projekt-)Ideen mit dem geringst möglichen Aufwand an strukturellen, bürokratischen und hierarchischen Bedingungen.

Eine differenzierte und moderne Gesellschaft bietet ihren Mitgliedern viele Möglichkeiten aber ruft auch Unsicherheiten hervor. Der Einzelne wird immer mehr in die Verantwortung für die Gestaltung seiner Zugangsvoraussetzungen genommen. Bildung, soziale Kompetenzen und Wissen öffnen Türen. Viele Menschen haben aufgrund ihrer persönlichen Lebenssituation jedoch nicht die Möglichkeit an den gesellschaftlichen Privilegien teilhaben zu können oder sind nicht in der Lage sich eigenständig Strukturen für einen besseren Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe anzueignen.

Wir möchten diese Menschen dabei unterstützen, ihre privaten und beruflichen Kompetenzen auszubauen, Lebenskonzepte und –ziele zu benennen und gestalten.

Um unsere Ziele zu erreichen kooperieren wir mit verschiedenen Trägern und Institutionen. Wir nutzen bestehende Strukturen zur Realisation von Projekten und wollen die vorhandenen unterschiedlichen fachlichen und menschlichen Kompetenzen bündeln um effektive Jugend- und Kulturarbeit anzubieten.

Ein entscheidendes Merkmal unserer Tätigkeiten ist die Bündelung von privaten und beruflichen Kompetenzen. Aufgrund unserer Vereinsgeschichte haben wir eine positive Haltung gegenüber ehrenamtlichem Engagement und nehmen eine Vorbildfunktion für solidarisches Handeln ein. Berufliche Tätigkeiten in unserem Verein sind in der Regel nur möglich, wenn die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, vorhanden ist.

Die Auswahl unserer Angebote lässt erkennen, dass wir uns nicht auf einen Bereich spezialisieren und dadurch einen breiten Adressatenkreis erreichen. Gesunde Ernährung, Berufsförderung, künstlerische, kulturelle, kreative und sportive Angebote gehören zusammen, wenn es um die Stärkung der eigenen Persönlichkeit geht und Menschen zu einer erfolgreichen und befriedigenden Teilhabe am gesellschaftlichen Leben befähigt werden sollen.

Um unsere Ideen und Visionen entfalten und verwirklichen zu können, benötigen wir Partner, die uns unterstützen.

Wenn Sie unser Konzept neugierig auf unsere Arbeit macht und sie uns unterstützen möchten, würden wir uns freuen, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen und wir gemeinsam Verantwortung für unsere Gesellschaft tragen.

2. Woanders-Philosophie/Unser Selbstverständnis

Partizipation von jungen Menschen

Der Woanders e.V. möchte jungen Menschen eine Plattform für ihre Fähigkeiten bieten. Sie sollen ihre Potentiale erkennen, ausbauen und einsetzen. Junge Menschen sind es oftmals gewohnt, an hierarchischen, institutionellen oder strukturellen Hindernissen zu scheitern. Wir wollen jungen Menschen zu ihrer Entfaltung Strukturen und Möglichkeiten mit dem geringst möglichsten Aufwand an Bürokratie bieten. Wir nehmen sie mit ihren Ideen und Kompetenzen ernst und helfen Ihnen dabei, private und berufliche Handlungskonzepte zu entwerfen und Projektideen umzusetzen. Als Mitglied haben auch junge Menschen die Gelegenheit, Jugend- und Kulturarbeit lokal mitzugestalten und sich für das persönliche Lebensumfeld zu engagieren.

Gleichzeitig möchte der Woanders e.V. jungen Menschen ein ideelles zu Hause bieten. Aufgrund der besonderen Situation des Woanders e.V., sich selbst aus einer Jugendkulturmaßnahme heraus gegründet zu haben, besteht ein enger Kontakt zu vielen Jugendlichen. Durch diese langjährige Beziehungsarbeit, gelingt es dem Woanders, junge Menschen für seine professionellen Projekte zu begeistern und zu partizipieren. Jugendliche suchen ihren Platz in einer vielfältigen Gesellschaftsstruktur, die hohe Anforderungen stellt und Flexibilität einfordert. Der Woanders e.V. bietet eine Orientierungshilfe und möchte dadurch junge Menschen dabei unterstützen, ihre Kompetenzen auszubauen, um erfolgreich am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Bunter Querschnitt durch die Gesellschaft

Der Woanders e.V. ist ein wachsendes Netzwerk aus verschiedenen Institutionen und Menschen unterschiedlichster Herkunft, Interessen und Altersstrukturen. Wir zeichnen uns durch eine hohe Integrationsfähigkeit aus, da wir das Zusammentreffen verschiedenster Lebenskonzepte ermöglichen, während gesellschaftlich immer größere Separierungen und Parallelwelten entstehen. Wir glauben, dass Vielfalt die Lebensbedingungen bereichert, wenn die Fähigkeit zur Toleranz gegenüber dem „Anders-Sein“ besteht und daraus eine gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung entsteht. Dadurch entsteht ein Synergieeffekt auf die Steigerung des persönlichen Selbstwertgefühls eines jeden Einzelnen und bestärkt die Entwicklung zu einem „gesunden“ Mitglied unserer Gesellschaft zu werden.

„In allen Gesellschaftsschichten bestätigen Menschen einander in ihren menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, und eine Gesellschaft kann in dem Maße menschlich genannt werden, in dem ihre Mitglieder einander bestätigen.“ (Martin Buber).

Diese auf den ersten Blick selbstverständliche Tatsache fehlt in unserer modernen Lebenswelt oftmals und führt zu Ausgrenzungen von einzelnen Personen oder Gruppen und verhindert deren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Wenn dies bereits im jungen Alter geschieht, fehlen den Heranwachsenden wichtige Instrumentarien für eine gelingende Lebensbewältigung.

„Wirkliche Menschlichkeit besteht nur dort, wo sich diese Fähigkeit (einander zu bestätigen) entfaltet.“ (Martin Buber)

Die folgenden Schlagworte stehen für unsere Philosophie und sind Grundlage unserer Handlungsfelder:

Gemeinschaft macht stark
  • Miteinander vs. Vereinsamung und Egoismus
  • Toleranz gegenüber Pluralismus und Individualität/pluralistische Gesellschaft
  • Positives Verständnis für gesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement („Es kann einem selbst nur gut gehen, wenn es den anderen auch gut geht“)
  • Integration in die Gemeinschaft (langfristig und maßnahmenunabhängig)
  • Symbiose des gegenseitigen Lernens (generationsübergreifender Dialog, unterschiedliche Lebenshintergründe)
  • Gemeinschaftliche Potentiale nutzen
  • Gesundes Ausleben tiefmenschlicher Bedürfnisse
  • Engagement effektiver nutzen und unser Lebensumfeld aktiv mitgestalten
Neugier statt Blockade
  • Anders denkende nicht ausgrenzen, sondern mit ihnen das Gespräch suchen
  • Vielfältigkeit von Lebenskonzepten und –entwürfen respektieren und fördern
  • Persönlichkeitsbildung
  • Kultur in den Alltag integrieren
  • Kulturelles Interesse für ein ausgefülltes Leben wecken
  • Verschiedene Lebenskulturen respektieren
  • Woanders e.V. als Experimentierfeld für die eigenen Fähigkeiten nutzen
  • Förderung von Produktivität und Kreativität
  • Routinen des Alltags durchbrechen
  • Hemmschwellen abbauen
  • Alternativen zum „abhängen“ bieten
  • Punk trifft Banker

Durch die Vielfältigkeit unserer Angebotsstruktur erreichen wir einen breiten Adressatenkreis. Dieser kommt aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen und bringt unterschiedliche Ressourcen und Voraussetzungen mit.

Dadurch entsteht ein Synergieeffekt unter den einzelnen Angeboten, der dazu führt, dass Menschen bei unseren Angeboten aufeinandertreffen, die in ihrem normalen Alltag sonst nicht aufeinander treffen würden. Wir begegnen damit dem „Nebeneinander her-leben“ und ermöglichen Kontakte, die zu einem besseren Verständnis für Lebensmodelle und –situationen führen. Durch diese Vielfalt an Lebenshintergründen werden unsere Angebote bunter und qualitativ wertvoller, da unterschiedlichste Fähigkeiten, Kenntnisse und Interessen aufeinander treffen, wodurch Raum für kreative und innovative Ideen entsteht.

Verknüpfung von privaten und beruflichen Kompetenzen

Das soziale Netzwerk des Woanders e.V. verknüpft berufliche und private Bereiche. Die Kombination von professionellen, sozialpädagogischen und kulturellen Angeboten und dem Charakter einer freizeit- und lebenssinnorientierten Struktur ist unser herausstechendstes Merkmal. Dies ist eine nicht zu unterschätzende Voraussetzung für jugendliches Engagement und Aktivität. Mitwirkung im Woanders e.V. bedeutet für unsere jugendlichen Nutzer, einerseits den Alltag durch Angebote und Treffmöglichkeiten im Freizeitbereich zu erleben und andererseits eine professionelle Anlaufstelle für ihre Anliegen zu erhalten. Wir wirken mit dem Netzwerk Woanders e.V. der zunehmenden Vereinsamung vieler auch junger Menschen entgegen und wollen als Unterstützungsmöglichkeit für Jugendliche, die heutzutage vielfältigen Anforderungen und einer unsicheren Zukunft entgegenblicken, verstanden werden.

3. Handlungskonzept

3.1 Handlungsgrundlagen
Vereinsstruktur

Der Woanders e.V. wird durch einen ehrenamtlichen Vorstand vertreten. Seit April 2005 gibt es eine Geschäftsstelle, die mit einer hauptamtlichen Sozialarbeiterin besetzt ist. Weitere Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, Arbeitsgemeinschaften und eine Fachberatung. Derzeit hat der Woanders e.V. 61 Mitglieder.

Seit Januar 2006 sind wir Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Ehrenamtlichkeit

Ehrenamtlichkeit und Engagement sind zwei wichtige Aspekte unserer Philosophie. Ehrenamtliche Tätigkeiten werden immer eine wichtige Säule unserer Arbeit sein. Unsere Erfahrungen, insbesondere für unsere Persönlichkeitsentwicklung haben dazu geführt, dass wir eine positive Haltung gegenüber dem Ehrenamt entwickelt haben und diese in viele gesellschaftliche Lebensbereiche weiter transportieren möchten. Wir nehmen somit eine Vorbildfunktion für viele Jugendliche im Sinne von solidarischem Handeln ein.

Ehrenamtliches Engagement verbessert die Lebensbedingungen, ermöglicht eine aktive Mitgestaltung des lokalen Umfeldes und stärkt die Zivilcourage. Darüber hinaus sichern Ehrenamtler die Fortführung vieler Projekte, die ohne diese Unterstützung schwer durchführbar wären. Dies gilt vor allem für Großprojekte, bei denen ein größeres Team notwendig ist.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil von Ehrenamtlichkeit ist der Ausbau von Kompetenzen und Fähigkeiten, sowie das Sammeln von Erfahrungen für spätere berufliche Situationen. Durch ehrenamtliches Engagement erhält man bei uns differenzierte Einblicke in kulturelle und soziale Projekte und lernt diese beiden Sektoren als potentielles Berufsfeld kennen.

Professionelle Tätigkeiten

Unsere praktischen Erfahrungen im freizeitpädagogischen Bereich ließen uns erkennen, dass die Ehrenamtlichkeit an strukturelle, fachliche und zeitliche Grenzen stoßen kann. Damit die Kompetenzen auch dann weiterhin effektiv genutzt werden können, ist die Entwicklung einer fachlichen, professionellen Ebene eine logische Konsequenz, um die lokale Jugend- und Kulturarbeit weiter zu entwickeln.

Professionelle Angebote werden von hauptamtlichen und freiberuflichen Fachkräften durchgeführt. Die Angebotspalette ist bewusst breit gehalten, damit die pluralen Interessen und Fähigkeiten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen angesprochen werden und ergibt sich hauptsächlich durch Qualifizierungen und Ausbildungen unserer Mitglieder.

Professionelle Tätigkeiten werden in unserem Verein in der Regel nur mit der Verknüpfung an ehrenamtliches Handeln durchgeführt. Da ehrenamtliches Engagement eine Selbstverständlichkeit für uns ist, erwarten wir von professionell Tätigen, dass sie den Verein auch ehrenamtlich unterstützen. Eine reine hauptamtliche Tätigkeit entspricht nicht unserem Selbstverständnis.

Vernetzung/Kooperationsprojekte

Um Jugend- und Kulturarbeit vielfältig und abwechslungsreich zu gestalten und Projekte zu initiieren, ist die Vernetzung mit anderen Trägern, Schulen, Vereinen und Unternehmen sowie die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit. Ein Netzwerk erhöht die Akzeptanz von Angeboten, erweitert die Erreichbarkeit in Bezug auf die Zielgruppe und erleichtert die Realisation innovativer Ideen und Projekte.

Komplexe Lebenssituationen erfordern interdisziplinäres (Fach-)wissen. Das Zusammenführen unterschiedlicher Kenntnisse und Talente bietet einen kreativen Spielraum bei der Ausübung verschiedener Projekte. Deshalb engagiert sich der Woanders e.V. in Arbeitskreisen, um fachlich und inhaltlich up to date zu bleiben, Entwicklungen aufzugreifen, neue Kooperationspartner zu finden und informelle Beziehungen zu stärken.

Der Woanders e.V. möchte sich bei seinen Angeboten nicht nur auf die Nachfrage aus der Gesellschaft beschränken, sondern auch neue Wege gehen, um dem gesellschaftlichen Wandel gerecht werden zu können. Wir sind neuen Impulsen aufgeschlossen und bemüht, Veränderungen und Entwicklungen aufzugreifen und zu prüfen, wie neue Anregungen und Aspekte in unsere Gesellschaft integriert werden können.

PANTA RHEI - Alles fließt …

Eine Handlungsgrundlage ist der systemische Ansatz, der nicht von einem linearen Ursache-Wirkungs-Denken ausgeht, sondern von einem zirkulären Systemmodell. Das einzelne Individuum, aber auch der Woanders e.V. als Institution, ist im Kontext zu seinem Sozialraum zu betrachten, der auf äußere Einflüsse reagiert und selbst gestaltet. Vorhandene soziale, räumliche, persönliche und infrastrukturelle Strukturen sollen bei der Planung von Projekten und Angeboten berücksichtigt werden.

Partizipation

Wir unterstützen junge Menschen bei eigenen Ideen. Wir richten die meisten unserer Angebote darauf aus, dass sie von Jugendlichen gestaltbar sind. Sie erhalten viele Spielräume sich selbst einzubringen und erlernen Schlüsselkompetenzen für eigenes Engagement und aktives Handeln. Der Woanders e.V. reduziert bürokratische und hierarchische Strukturen auf ein funktionsfähiges Mindestmaß und wirkt so der steigenden Abneigung junger Menschen gegenüber institutionellen Kontexten entgegen.

Das Engagement unserer Mitglieder soll nicht durch überflüssige strukturelle Hindernisse blockiert werden, sondern durch zeitnahe Realisationsmöglichkeiten gefördert werden. Dadurch wird unsere Arbeit effektiver und Bedürfnisse können kurzfristiger erfüllt werden.

3.2 Handlungsfelder
Freizeit- und erlebnispädagogische Angebote

Diese Angebote beinhalten eine ganzheitliche Herangehensweise unter dem Einbezug von erlebnisgewährenden Medien wie die Natur als Nutzraum, sowie körperliche, handwerkliche, musische und künstlerisch-kreative Elemente. Erfahrungen und Kenntnisse werden überwiegend durch das praktische Erleben vermittelt. Verhaltensänderungen und Entwicklungsprozesse werden nicht über theoretische Grundlagen vermittelt, sondern über das Selbst-Erleben. Grenzerfahrungen, Abenteuererlebnisse und Aktivität stehen im Vordergrund und bilden einen Kontrast zum kommerziellen kognitiven schulischem Lernen.

Persönlichkeitsbildende Angebote

Wir achten bei der Entwicklung unserer Angebote sehr darauf, dass es sich dabei nicht um eine reine Konsumbefriedigung handelt. Unsere Zielgruppe erhält immer die Möglichkeit, ein Angebot mitzugestalten. Es handelt sich nicht um statisch festgelegte Produkte, sondern lassen Spielraum für weitere Ideen. Unsere Angebote stärken die Eigeninitiative, bauen soziale Kompetenzen aus und tragen somit zu einer persönlichkeitsbildenden Struktur bei.

Hierunter fallen Angebote zur Berufsförderung, Gesundheitsförderung, Angebote zur Gewaltdeeskalation, Konfliktbewältigungen, etc.

Medienpädagogik

Der Zugang und der Umgang mit neuen Medien ist heute wichtige Voraussetzung zu einer erfolgreichen Teilnahme an unserer Gesellschaft. Daneben bietet der Mediensektor ein wichtiges Berufsfeld, welches sich junge Menschen erschließen können. Darüber hinaus können Medien dazu genutzt werden um bestimmte Situationen, Problemlagen, Konflikte etc. darzustellen und unterstützen anschauliche Präsentationen und Dokumentationen. Ein bewusster Umgang mit Medien fördert die Kreativität, die kognitiven Fähigkeiten und soziales Lernen.

Mediale Workshops für Jugendliche und Erwachsene in den Bereichen:

  • Internet
  • Computer-Anwendungsprogramme
  • Film und Ton
  • Grafik
  • Fotografie
Kreativ-künstlerische Angebote

Workshops für Jugendliche und Erwachsene in unterschiedlichen Kreativbereichen wie z.B.:

  • Siebdruck
  • Künstlerische Gestaltung
  • Animation
  • Kunsthandwerk

Wir verstehen diese Angebote als

  • persönlichkeitsbildende Maßnahmen für junge Menschen
  • Maßnahmen der Nachwuchsförderung
  • Maßnahmen der gesellschaftspolitischen Bildung
  • Maßnahmen der kulturellen Bildung
Kunst- und Kulturförderung

Die Qualität einer Kunst- und Kulturförderung zeigt sich im Wesentlichen in der geglückten Mischung von Kontinuität und Innovation. Ziel ist es, jungen Menschen entsprechend ihrer Qualifikationen und Neigungen, die Möglichkeit zu bieten, sich für Kunst und Kultur zu engagieren. Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die Kreativität von Kunst und Künstlern entfalten kann. Das bedeutet vor allem, Realisationsmöglichkeiten und Freiräume zu bieten, in denen die Künstler Zeit für ihre künstlerische Freiheit gewinnen, Kunst und Kultur für alle zu bewahren und für die Zukunft zu sichern.

„Heute ist die Bedeutung von Kunst und Kultur als ein tragendes Element unserer Gesellschaft vor dem Hintergrund der zunehmenden Pluralisierung und Individualisierung einer globalisierten Welt noch wichtiger geworden. In unserer heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft ist für Unternehmen das Kreativitätspotential, das in der Kunst liegt, ungleich bedeutender. Gerade in Zeiten schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen müssen wir daher in dieses Potential investieren.

Künstler sind die Avantgardisten unserer Gesellschaft. Wer hier hinhört und teilhat an zeitgenössischen Entwicklungen wird auch offen sein für neue, kreative Wege und Innovationen im eigenen beruflichen Umfeld.“ (Dr. Arend Oetker)

  • Konzeption und Entwicklung von Kooperationsmodellen zwischen Unternehmen, Organisationen und Kulturschaffenden
  • Projektmanagement von Kunstprojekten wie z.B. kleine und große Ausstellungen, Kunstpreise und Stipendien
  • Entwicklung von Sponsoring- und Kunstpreiskonzepten
  • Auswahl und Vermittlung von professionellen und förderungswürdigen Künstlern.
Kulturpädagogische Angebote

Der beste Beweis für ein funktionierendes Kulturpädagogisches Angebot ist die Offene Zeltstadt bei Bergheim-Paffendorf. Wir sind Träger dieser außergewöhnlichen Jugendkulturmaßnahme, unterstützen und kooperieren mit anderen Offenen Zeltstädten in NRW. In Bergheim veranstalten und unterstützen wir Konzertveranstaltungen, Theaterworkshops und Tanzveranstaltungen mit Zielgruppenaltersspektrum von 14–50. Wir sind der Überzeugung, dass wir auch die über Dreißigjährigen noch für vieles begeistern werden und Engagement wecken können.

Gemeinwesenarbeit

Der Woanders e.V. begegnet den sozialen Konflikten und Problemlagen in einem Stadtteil nicht nur mit konkreten Angeboten für eine bestimmte Zielgruppe, sondern nimmt diese auch aus einer gesellschaftlichen Perspektive wahr. Wenn die sozioökonomischen und politischen Bedingungen analysiert werden, kann sozialen Benachteiligungen kompetent begegnet werden. Wir fördern demokratische Prozesse und Selbstorganisation, bilden Interessenvertretungen und bieten Hilfe bei Problemlösungen an. Gemeinwesenarbeit hat zum Ziel, die Ressourcen eines Stadtteils zu nutzen und die Bevölkerung zu aktivieren. Voraussetzung dazu ist ein differenzierter Einblick in den Stadtteil und Wissen über den Aufbau einer vorhandenen sozialen Infrastruktur. Dies beinhaltet auch, das Kennen der genutzten Räume/Treffpunkte. Wer eignet sich wie welche Treffpunkte im öffentlichen Raum an, wie bewegen sich einzelne Gruppen. Welche öffentlichen Räume werden toleriert, welche gelten als Konfliktpunkte, etc. Kenntnisse über einen Stadtteil oder Sozialraum zu erlangen ist eine wichtige Voraussetzung, um Zugang zu finden. Dabei handelt es sich um eine komplexe Angelegenheit, jedoch eine wichtige Voraussetzung, um Veränderungen in einem bestimmten Sozialraum zu erreichen. Vernetzung ist hier eine wichtige Arbeitsgrundlage.

Multiplikatoren-Ausbildung

Wir achten bei unseren Angeboten darauf, dass sie fortgetragen werden und geben unser Wissen, unsere Erfahrungen und Kenntnisse weiter. Wir fördern den Nachwuchs und bilden unsere ehrenamtlich Tätigen kontinuierlich aus und sichern damit ein hohes professionelles Niveau all unserer Angebote. Mit speziellen Schulungen oder Qualifizierungsmaßnahmen vermitteln wir fachliche und soziale Kompetenzen und ermöglichen unseren Mitgliedern und Ehrenamtlern damit eine aktive Mitgestaltung an unserer Angebotsstruktur. Aus unseren Angeboten heraus entsteht ein Nachwuchspool für sozialpädagogische und kulturelle Berufe.

4. Ziele

Soziale Kompetenzen

Wir möchten junge Menschen bei der Entwicklung und Förderung ihrer sozialen Kompetenzen unterstützen. Soziale Kompetenzen sind Qualifikationen im zwischenmenschlichen Bereich. Sie tragen zu der Entwicklung persönlicher Fähigkeiten und Einstellungen bei und ermöglichen, das eigene Verhalten auf individuelle und gemeinschaftliche Handlungsorientierungen auszurichten. Schlüsselbegriffe sind: Kritik- und Konfliktfähigkeit, Empathie, Wahrnehmung, (Selbst-)diziplin, Teamfähigkeit, Kooperation, Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität. Im fortgeschrittenen Sinne auch Vorbildfunktion, Selbstbewusstsein, emotionale Intelligenz und Verantwortung.

Soziales Lernen

Der Erwerb sozialer Kompetenzen funktioniert über soziales Lernen. Soziales Lernen liefert Erkenntnisse und Hintergrundinformationen für soziale Kompetenzen. Hierbei werden das eigene Verhalten und die persönlichen Reaktionen auf Konfliktsituationen, Gewalterfahrungen, Aggressionen etc. erlernt. Soziales Lernen soll individuelle, demokratiebewusste Entwicklung fördern. Vermittelbare Wertvorstellungen sind Zivilcourage, Ethik und die Förderung der Eigenwahrnehmung.

Bildung

Nach Daniel Goeudevert ist Bildung „ein aktiver, komplexer und nie abgeschlossener Prozess in dessen glücklichem Verlauf eine selbstständige und selbsttätige, problemlösungsfähige und lebenstüchtige Persönlichkeit entstehen kann“. Nicht die reine Wissensvermittlung steht hier im Vordergrund, sondern das „Sich-Bilden“ einer eigenen Persönlichkeit. Darüber hinaus geht es uns darum, den Zugang zu Bildungsinstitutionen chancengleich zu ermöglichen: Bildung auch außerhalb der Schule, Allgemeinbildung, Wissen und Techniken vermitteln, Raum geben zum Ausprobieren, zum Experimentieren. Unterstützung bei unsicheren Zukunftsperspektiven.

Die Ausgrenzung derer, die nur geringe Zugangsmöglichkeiten haben, wächst stetig. Dadurch entsteht Frustration und Gewalt. Um dem entgegenzuwirken sind kostenlose Freizeit- und Bildungsangebote, kulturelle Erlebnisse wichtig. Bildung bedeutet auch Reflexion und Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt.

Gesellschaftliche Auswirkungen

Wir möchten die Zugangsmöglichkeiten zur erfolgreichen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ausweiten und Perspektiven bieten, Zugang zu kulturellen und pädagogischen Angeboten ermöglichen, welche durch andere institutionelle Angebote nicht erreicht werden, Hemmschwellen abbauen und ein solidarisches Miteinander fördern. Wir wünschen uns dadurch erkennbare lokale Auswirkungen, wie der Abbau von Gewalt, solidarisches Miteinander und Rücksichtnahme.

Ziel ist es, als Verbindungsglied plurale Gesellschaftsgruppen miteinander in Kontakt zu bringen und einen Austausch zu fördern. Wir möchten die persönliche Lebenssituation unserer Adressaten verbessern und bereichern und eine gesellschaftliche Veränderung erreichen – zu einem gemeinschaftlichen Umgang miteinander.

6. Fundraising

Erfolgreiche soziale und kulturelle Arbeit kann nur entstehen, wenn sie finanziell und ideell getragen wird. Soziale und kulturelle Angebote wirken sich auf die Persönlichkeit und auf das Gemeinwesen aus. Zur Realisierung unserer Projekte ist eine wirtschaftliche Unterstützung und Solidarität aus diesem Sektor unumgänglich.

Für uns ist es nicht selbstverständlich, dass Zuschüsse ausgezahlt werden. Wir akquirieren Spenden und Sachleistungen, wir stellen Förderanträge und suchen Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen, die unsere Philosophie unterstützen und damit unsere Arbeit wertschätzen. Wir präsentieren unsere Angebote und Projekte und erhoffen uns Unterstützung, um unsere Aufgaben zu erweitern und unsere Philosophie weiterzutragen. Um Effektivität und Effizienz unserer Arbeit zu sichern und weiter auszubauen, benötigen wir Unterstützung. Wir arbeiten daran, eine Sponsoringpartnerschaft mit Wirtschaftsunternehmen aufzubauen, mit dem Ziel gemeinsam Verantwortung für das Gemeinwesen zu tragen.

Wir wünschen uns durch die professionelle Geldmittelbeschaffung aber auch eine Sensibilisierung für unsere gesellschaftliche Situation und die Wichtigkeit unserer Arbeit. Wir möchten möglichst viele dabei unterstützen, lebens- und arbeitstauglich zu werden und gegenüber den pluralistischen Anforderungen der komplexen Lebenslagen zu bestehen und zu beeindrucken.

7. Zielgruppe

1. Jugendliche gem. KJHG
  • für Freizeitveranstaltungen
  • für kulturelle Angebote und WS
  • erlebnispädagogische/intensivfreizeitpädagogische Angebote
  • Berufsbildung
  • Partizipationsprojekte
  • Kooperation Jugendhilfe und Schule
  • Kooperation Jugendhilfe und Theaterpädagogik
  • Besucher von Veranstaltungen
2. Menschen jeden Alters
  • generationsübergreifender Dialog, Besuch von Veranstaltungen
  • Multiplikatorenausübung
  • Kulturveranstaltungen/kulturelle Angebote
  • Etablierung einer Kunst- und Kulturszene in Bergheim/Rhein-Erft-Kreis

Die Zielgruppe wird einerseits durch intensive Öffentlichkeitsarbeit angesprochen, andererseits durch bestehende Projekte und Angebote. Die Zielgruppe kann aufgrund der intensiven Beziehungsarbeit innerhalb der unterschiedlichen Projekte sehr gut erreicht werden. Sie fühlen sich angesprochen. Angebote können auch auf die Bedürfnisse der Jugendlichen gut abgestimmt werden, da die verschiedenen Jugendkulturen bekannt sind.

Die Zielgruppen wechseln bei den unterschiedlichen Angeboten. Unsere Adressaten wechseln ihre Rollen, indem sie mal Nutzer von Angeboten sind, mal Initiator von Projekten, mal Besucher und mal Organisator sind.

Konzeptentwicklung
Todde Kemmerich, Kerstin Schiffer
Vorstand
Mitglieder
März 2006