Wir sind Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband.

Wir danken allen Organisationen, Vereinen und Privatpersonen für ihr Engagement, ihre Hilfe und Wertschätzung für unsere Arbeit.

Eine Liste der Unterstützer gibt es hier!

Offene Zeltstadt in Bergheim Paffendorf

http://zeltstadt.woanders.org

Diese Offene Jugendkulturmaßnahme findet seit 1985 jährlich in den Sommerferien statt. Seit 2002 sind wir Träger der Maßnahme und werden unterstützt vom CJG Haus St. Gereon, Bergheim und der Kreisstadt Bergheim.

Auf einer Lichtung an der Erft wird eine Stadt aus Zelten aufgebaut – die Offene Zeltstadt. Hier findet man alles, was eine Stadt zu bieten haben sollte: kreative Workshops, kulturelle Angebote, Gastronomie, Kirche, Wohnzelte, Möglichkeit zu Sport und Spiel. Wichtig ist die Offenheit der Maßnahme, wodurch sie sich von vielen anderen Maßnahmen unterscheidet. Dies wird ausgedrückt durch den Slogan: „Komm wann Du willst, bleib solange es Dir gefällt“.

Kernpunkte der Offenen Zeltstadt sind ihre Offenheit, Ehrenamtlichkeit im ganzheitlichen Ansatz, Kooperation und Netzwerkarbeit. Ein besonderer Kernpunkt ist die vielschichtige Angebotsstruktur in Form von kulturellen Angeboten bis hin zu Angebotsformen offener Jugendarbeit, welche aktuelle Themen aus der Lebenswelt der jungen Menschen aufgreift und bearbeitet.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die verhältnismäßig geringen Kosten für die Teilnehmer. So kostet ein Tag in der Offenen Zeltstadt 10 € (ermäßigt 8,- €). In dem Preis sind drei Mahlzeiten enthalten, Teilnahme am Workshopangebot und Übernachtung. Der Besuch der Abendveranstaltung ist grundsätzlich kostenfrei.

Zielbeschreibung

Die Offene Zeltstadt soll für unterschiedliche soziale Gruppen als Begegnungspunkt dienen. Durch dieses ungezwungene Miteinander ergibt sich die Möglichkeit Vorurteile abzubauen. Im einzelnen soll sie

  • präventiv wirken, insbesondere zu den Themen Gewalt und Sucht,
  • positive Impulse zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bieten,
  • soziale Verhaltensweisen im Miteinander fördern,
  • Lösungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen anbieten,
  • Selbsterfahrung ermöglichen,
  • Vereinsamung der jungen Generation entgegenwirken,
  • Gruppenidentifikation ermöglichen,
  • Impulse geben bei der Frage nach dem Sinn des Lebens,
  • Innovativ aktuelle Entwicklungen der Gesellschaft aufgreifen und diese in einem adäquaten Programmangebot umsetzen,
  • jungen Menschen die Möglichkeit zur sinnvollen Freizeitgestaltung bieten,
  • das Bewusstsein für die Natur fördern.

Die Offene Zeltstadt bietet den jugendlichen Besucher/innen somit eine Möglichkeit

  • sich mit persönlichen Problemlagen auseinander zu setzen
    (In ungezwungener Atmosphäre kann der Kontakt zu Mitarbeitern des Jugendamtes aufgebaut werden und gegebenenfalls wird auch zu anderen Institutionen der Jugendhilfe vermittelt. Bei „kleineren“ Problemen geben auch die ehrenamtlichen Zeltstadtteamer Lebenshilfe)
  • Lebensorientierung zu suchen und zu finden
    (Die Vielfältigkeit des Angebotes gibt viele Impulse zur eigenen Identität zu finden)
  • Langeweile in den Sommerferien vorzubeugen
    (Junge Menschen werden „von der Straße geholt“)

Damit wirkt die Offene Zeltstadt präventiv, insbesondere zu den Themen Gewalt und Sucht. Aktuelle und individuelle Problemlagen werden aufgegriffen, Handlungsalternativen im Alltag werden vermittelt, neue Wege und Ziele, somit neue Perspektiven, werden geschaffen. Mit den jungen Menschen werden somit sinnvolle Alternativen zu Gewalt und Sucht bearbeitet.

Zielgruppe

Als Zielgruppe sollen die 14 bis 27-jährigen Menschen der Region angesprochen werden.

Durch den gewollten offenen Ansatz der Maßnahme treffen in der Offenen Zeltstadt viele unterschiedliche Menschen aufeinander. Sie wird besucht von Schülern, Auszubildenden, Studenten, Zivildienstleistenden, Arbeitslosen, etc. So wird das offene Angebot der Maßnahme auch sehr stark von Jugendlichen aus sozial benachteiligten Verhältnissen und Randgruppen aus Bergheim genutzt. Beispielhaft wären hier zu nennen, die benachbarte Obdachlosensiedlung, die Hochhaussiedlung am Berliner Ring und Besuchern aus der Drogenszene. Durch intensive Beziehungsarbeit ist es zumeist gelungen, diese jungen Menschen in das Freizeit- und Kulturprogramm mit einzubeziehen.

Programm

Grundsätzlich wird der Ansatz handlungs- und erlebnisorientierte Angebote genutzt: Das jeweilige Erlebnis wird als unauslöschliche Erinnerung mit Bedeutung für entscheidende Momente des späteren Lebens erfahren. Das den jungen Menschen unterstellte Bedürfnis nach Abenteuer, Spannung und Auseinandersetzung mit psychischer und physischer Belastung mit seiner präventiven Wirkung begründet diesen Ansatz.

Beruf und Zukunft

Häufig ist eine fehlende Berufsausbildung oder auch die Unentschlossenheit welcher Berufszweig nun einzuschlagen ist, ein Indiz für auftretenden Frust und somit unkontrollierten Handlungen. Die Vermittlung von Techniken und Arbeitsfeldern verschiedener Berufe sollen animieren und Perspektiven schaffen.

  • Schreinern (Techniken der Holzverarbeitung),
  • Schmieden (Techniken der Metallverarbeitung),
  • Werbedesign (z.B. werbewirksame Aufkleber erstellen, Siebdrucktechniken),
  • Multimedia (Umgang mit neuen Techniken der Medienlandschaft),
  • PA-Workshop (Umgang mit Veranstaltungstechnik).

Körperlicher Ausgleich

Der Lebensstil der modernen Gesellschaft entwickelt sich immer mehr hin zur „Low-Movement-Society“. Zu wenig Bewegung führt zur Unausgeglichenheit des menschlichen Organismus und somit auch zu einem unbefriedigten Aktionsbedürfnis der jungen Menschen, welches leider oft in Gewalthandlungen mündet. Durch verschiedene Sportangebote sollen neben dem eigenen körperlichen Ausgleich auch eigene Grenzen und die Grenzen anderer erfahren werden.

  • regelmäßige Sportangebote unterschiedlichster Art
  • Sport-Turniere (Fußball, Volleyball etc.)

Selbstfindung und Selbsterfahrung

Fremdwahrnehmung, Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein sind Themen mit denen junge Menschen sich immer konfrontiert sehen. Die fehlende Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle im direkten sozialen Umfeld birgt die Gefahr von Fehleinschätzungen in wichtigen Situationen. Auch die Einschätzung sowohl der eigenen Möglichkeiten als auch Fähigkeiten können dabei von Bedeutung sein. Verschiedene Angebote bieten im geschützten Rahmen Möglichkeiten sich und seine Rolle auszutesten und zu erfahren.

  • Rollenspiele,
  • Karaoke,
  • Hip-Hop-Workshop,
  • Lyrik-Workshop,
  • Tanz-Kurse.

Gesellschaft und Miteinander

Diskussion und Auseinandersetzung sind Alltag um in der Gesellschaft zurecht zu kommen. Dazu gehört neben der Fähigkeit des verbalen Austausches auch die kooperative Komponente. Das Fehlen solcher Voraussetzungen führt häufig zu dissozialem Verhalten, weil keine anderen Handlungsstrategien zur Verfügung stehen. Mittels verschiedenartiger Gruppenangebote werden Alternativen vermittelt und Ansichten ausgetauscht.

  • Konzerte,
  • Kleinkunst,
  • Themen-Frühstück,
  • „Spielcasino“ als Ort der Zusammenkunft und des Kennenlernens im spielerischen Rahmen,
  • Kirche als Ort des spirituellen Austausches,
  • Aftershow- und Abschlussparty

Kreativität und Talente

Eine produktive Beschäftigung unter fachlicher Anleitung haben viele nie erfahren. Was tun, wenn der Drang zum „etwas-machen“ da ist, man jedoch nicht weiß wie. Alternativ zum üblichen „Strassenverhalten“ können die jungen Menschen hier produktiv tätig sein und ihrer Kreativität und Phantasie freien Lauf lassen. Neben der fachlichen Beratung können eigene Talente und Fähigkeiten erfahren und ausgebaut werden.

  • Bau-Aktion,
  • TalentTent
  • Kreativ-Workshops

Kulturprogramm

Das Kulturangebot der Erwachsenenwelt wird von den Jugendlichen nicht selten kategorisch abgelehnt, da es als elitär, abgehoben und zu künstlerisch wahrgenommen wird. Das Kulturprogrammangebot in der Offenen Zeltstadt soll ihnen daher die Möglichkeit bieten, Vorbehalte und Schwellenängste abzubauen, Kultur als eine für den Menschen unverzichtbare Freizeit-, Bildungs- und Kommunikationsmöglichkeit zu erleben und sie somit zu eigenen kulturellen Ausdrucksformen motivieren. Darüber hinaus soll auch die allmähliche Bildung von Motiven und Bewusstsein, von Horizonten und Verantwortung, von Perspektiven und der Fähigkeit, Denkverbote zu durchbrechen, gefördert werden. Auf diese Weise bietet Kultur auch Ansatzpunkte zur persönlichen Identitätsbildung.

  • 4 Abend-Konzerte
  • Kleinkunstbühne